| Klassifiziering | Cru Classe |
| Typ | Weisswein |
| Marke | Didier Dagueneau |
| Jahrgang | 2017 |
| Land | Frankreich |
| Region | Loire |
| Appellation | Pouilly-Fume |
| Rebsorte | Sauvignon Blanc |
| Inhalt | 0,75 |
| Preis pro Liter | 252,28 € |
| Zustand | Perfekt |
| Label | Perfekt |
| Vorrat | 0 |
Das Weinbaujahr 2017 in der mittleren Loire war brutal: Ein schwerer Frost im April vernichtete den Großteil der Ernte in Pouilly-Fumé und Sancerre, und auch Dagueneau blieb davon nicht verschont. Es folgte ein warmer, trockener Sommer und eine frühe Lese. Für den Silex bedeutete dies eine kleine, konzentrierte Ernte von Trauben aus alten Sauvignon-Blanc-Reben auf den kieselhaltigen Böden oberhalb von Saint-Andelain. Ein ernstzunehmender Wein aus einem Jahr mit geringer Ernte.
In der Nase entfalten sich zunächst Rauch- und Feuersteinnoten – ein klassischer Silex – unterlegt von Grapefruitschalen, weißem Pfirsich und einer salzigen Note. Am Gaumen zeichnet sich der 2017er durch seine Dichte aus. Die Konzentration dieses kurzen Jahrgangs zeigt sich eher in der Dichte als in der Schwere. Die Reifung in Eichenfässern verleiht ihm eine cremige Textur, die die Säure umhüllt. Der Abgang ist lang, salzig und fast kreidig. Noch jung und intensiv. Muss atmen.
Silex besteht zu 100 % aus Sauvignon Blanc. Er dient weder als Verschnittpartner noch als Weichmacher. Warum also ähnelt diese Flasche geschmacklich nicht Weinen wie dem Marlborough Sauvignon? Die Antwort liegt im Silex-Boden (Feuersteinboden) auf dem Gipfel des Hügels Saint-Andelain: Im Jahr 2017 waren die Erträge aufgrund von Aprilfrösten geringer, sodass die Konzentration zu stärkeren rauchigen, salzigen und feuersteinartigen Noten führte als üblich.
Am besten zwischen 2025 und 2035, wobei der optimale Trinkzeitraum zwischen 2028 und 2032 liegt. Der Wein wird von der Säure und den Mineralien des Flintbodens getragen, und der Jahrgang 2017 verfügt über genügend Konzentration, um bei einer Temperatur von 12–14 °C gelagert zu werden. Mit zunehmendem Alter werden sich die rauchigen Noten voraussichtlich vertiefen und die Frucht einen wachsartigen Charakter annehmen.
Didier Dagueneau revolutionierte in den 1980er Jahren die Weinherstellung im Loiretal, als er begann, Sauvignon Blanc in Eichenfässern zu vergären. Warum sollte man einen spritzigen Weißwein in Eichenfässern reifen lassen? Doch Dagueneau ließ sich von burgundischen Meistern wie Henri Jayer inspirieren und übertrug deren Methoden auf das Terroir der Loire. Didier Dagueneau verstarb 2008 auf tragische Weise. Doch er arbeitete sowohl im Weinberg als auch im Keller an der Seite seines Vaters und lernte die Philosophie hinter jeder Entscheidung kennen. Heute führen Louis-Benjamin und seine Schwester Charlotte das Weingut mit einem kompromisslosen Ansatz: geringe Erträge, mehrmalige Handlese und ausschließlich einheimische Hefen. Wir betrachten sie als einen der bedeutendsten Weißweinproduzenten Frankreichs.
Der Weinberg Silex liegt auf dem Gipfel des Hügels von Saint-Andelain, wo sich kieselhaltiger Lehm mit Kalkstein vermischt und für eine perfekte Drainage sorgt. Was diesen Ort jedoch so besonders macht, ist der Feuerstein (auf Französisch „Silex“). Es handelt sich um eine vor Millionen von Jahren entstandene Ansammlung siliziumreicher Gesteinsbrocken, die einen einzigartigen Einfluss auf den Sauvignon Blanc hat. Nach einem Regenschauer trocknet der Boden schnell aus, was die Wurzeln der Reben dazu zwingt, härter zu arbeiten und tiefer zu wachsen. Dieser Stress konzentriert die Aromen und schafft die mineralische Komplexität, die man im Glas spürt. Das kontinentale Klima sorgt für kalte Winter und warme Sommer, und die Loire mildert Temperaturschwankungen und verlängert die Vegetationsperiode.
Hier hat Dagueneau die Weinherstellung an der Loire revolutioniert. Der Silex wird in französischen Eichenfässern statt in Edelstahltanks vergoren. Die Fässer bestehen aus einer Mischung aus traditionellen 225-Liter-Barriques und großen, von Dagueneau selbst entworfenen, zigarrenförmigen 320-Liter-Fässern. Warum Eiche für Sauvignon Blanc? Nicht wegen des Vanillearomas, sondern wegen der Textur und des Kontakts mit Sauerstoff während der Gärung. Natürliche Hefe übernimmt die Gärung (es wird keine kommerzielle Hefe hinzugefügt) und der Wein reift 12 Monate lang auf der Hefe, ohne umgerührt zu werden. Der Kontakt mit der Hefe sorgt für eine cremige Textur, die sofort spürbar ist. Nach der Fassreifung wird der Wein für mehrere Monate in Tanks umgefüllt, bevor er abgefüllt wird. Louis-Benjamin experimentiert weiterhin mit verschiedenen Behältern, darunter Keramikeier, doch Eiche bleibt das Herzstück des Silex-Stils.
Dank seiner mineralischen Struktur und seiner lebhaften Säure eignet sich der Silex ideal für klassische Weine aus dem Loiretal. Der lokale Ziegenkäse „Crottin de Chavignol“ passt perfekt zum spritzigen Charakter und den Zitrusnoten des Weins. Die Säure lockert die Cremigkeit des Käses auf, und die mineralischen Noten ergänzen sich perfekt.
Bei 10–12 °C servieren, um die mineralische Präzision und die aromatische Intensität des Weins zu bewahren.
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