| Klassifiziering | Cru Classe |
| Typ | Weisswein |
| Marke | Didier Dagueneau |
| Jahrgang | 2012 |
| Land | Frankreich |
| Region | Loire |
| Appellation | Pouilly-Fume |
| Rebsorte | Sauvignon Blanc |
| Inhalt | 0,75 |
| Preis pro Liter | 150,73 € |
| Zustand | Perfekt |
| Label | Perfekt |
| Vorrat | 0 |
Das Weinbaujahr 2012 war in der Loire eine Herausforderung. Ein kalter Frühling, Hagel und Mehltau führten in Pouilly-Fumé zu geringen Erträgen und einer späten Lese. Für Louis-Benjamin Dagueneau, der das von seinem Vater aufgebaute Weingut leitet, liegen die Stärken dieses Jahrgangs in seinem klassischen Profil, was sich auch im 2012er Pur Sang widerspiegelt. Dieser Wein ist eher dicht und geschmeidig als üppig.
Medium greenish-yellow with silver highlights. Delicate white stone fruit notes underlie herbal spice, dark minerality, a hint of orange zest, and notes of grapefruit. Complex, juicy vineyard peach, Riesling-like structure, lemony finish, good length, hints of blossom honey on the aftertaste, and excellent aging potential.
Zunächst Rauch und Feuerstein, dann Grapefruitschale, weißer Pfirsich und eine würzige Nase, irgendwo zwischen Kamille und zerkleinerten Austernschalen. Am Gaumen zeigte der 2012er eine ausgeprägte Säure, die hier jedoch eher als Schwung denn als Schärfe wirkt, unterstützt von einer cremigen Textur, die aus der langen Reifung in 600-Liter-Demi-Muids resultiert. Der Abgang ist lang, salzig und trocken. Das ist Pur Sang in einer nervösen Stimmung.
Der Pur Sang besteht zu 100 % aus Sauvignon Blanc. Warum also ausschließlich Sauvignon Blanc? Weil Dagueneau den Sauvignon Blanc eher wie einen Burgunder-Weißwein behandelt als wie einen Bistro-Weißwein aus der Loire. Die Lage des Pur Sang liegt auf Feuerstein (Silex), vermischt mit tonhaltigem Kalkstein aus dem Kimmeridgium. Diese Kombination verleiht dem Wein eine rauchige Note und eine breitere, strukturiertere Mitte als der leichtere Blanc Fumé.
Der 2012er Pur Sang kann ab sofort bis etwa 2028 getrunken werden. Die Säure stützt den Wein noch immer, und der mineralische Charakter neigt dazu, sich mit der Flaschenreifung zu vertiefen; bei 12–14 °C lagern. Die Zitrusnoten lassen nach und werden durch honigartige, wachsartige Noten abgelöst.
Didier Dagueneau hat 25 Jahre lang den Pouilly-Fumé auf den Kopf gestellt und die burgundische Technik auf den Sauvignon Blanc übertragen. Nachdem er 2008 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war, übernahm sein Sohn Louis-Benjamin im Alter von 26 Jahren das Weingut. Und die Ergebnisse sprechen für sich. Louis-Benjamin hat den kompromisslosen Ansatz seines Vaters geerbt: Erträge, die 50–75 % unter denen benachbarter Weingüter liegen, mehrfache Handlese und Eichenfassgärung seines umstrittenen Sauvignon Blanc. Im Jahr 2018 stufte er die Weine des Weinguts als „Vin de France“ neu ein – ein weiterer provokanter Schritt, mit dem er das Appellationssystem gänzlich aufgab. Dieses Weingut ist unverzichtbar, um zu verstehen, was Sauvignon Blanc leisten kann.
La Folie liegt auf tiefen, mit Kalkstein durchsetzten Lehmböden, die sich völlig von den berühmten Feuersteinböden unterscheiden, denen der rauchige Charakter des Pouilly-Fumé zu verdanken ist. Warum das wichtig ist: Im kontinentalen Klima der Loire speichern die Lehmböden auch in Trockenperioden Feuchtigkeit, sodass sich die Reben in der Sommerhitze nicht verschließen. Dies verleiht den Weinen eine reichhaltigere Textur und eine weniger scharfe Mineralität als bei reinem Feuerstein. Die Vielfalt der Bodenarten in Saint-Andelain ist auch der Grund, warum Dagueneau jede Parzelle als eigenständigen Wein behandelt, anstatt die Rohstoffe zu mischen. Die Loire mildert die Temperaturen in der Region und sorgt für Morgennebel, der die Reifezeit verlängert.
Dagueneau war ein Pionier bei der Gärung von Sauvignon Blanc in Eichenfässern an der Loire. Hier gibt es jedoch einen grundlegenden Unterschied: Die Fässer werden zur Verbesserung der Textur und für den Kontakt mit den Hefen verwendet, nicht zur Aromaverleihung. Es kommen ausschließlich wilde Hefen zum Einsatz, ohne Säuerung oder Zuckerzusatz. Die Gärung erfolgt in Fässern unterschiedlicher Größe, darunter die charakteristischen zigarrenförmigen 320-Liter-Fässer und größere 600-Liter-Foudres (große Holzfässer). Der Wein reift 12 Monate lang auf der Hefe ohne Aufrühren, was ihm eine sofort erkennbare cremige Textur verleiht. Anschließend reift er mehrere Monate in Tanks, bevor er abgefüllt wird, damit sich alle Komponenten verbinden können. Louis-Benjamin experimentiert weiterhin mit Verpackungsmaterialien wie Keramik oder Glas, doch die Grundphilosophie bleibt dieselbe.
Die mineralische Struktur und die lebendige Säure dieses Weins machen ihn zu einem idealen Begleiter für Fisch aus der Loire – Hecht, Barsch (einfach mit Kräutern gegrillt). Die klassische Kombination ist jedoch folgende: lokaler Ziegenkäse, Crottin de Chavignol. Die Textur des Weins passt zur Cremigkeit des Käses, und die Säure durchbricht die Fettigkeit. Der subtile Rauchgeschmack des Weins harmoniert mit der Salzlake. Wenn Sie etwas Authentischeres zubereiten möchten, probieren Sie gebackenes Hähnchen mit Estragon oder Spargel mit Sauce Hollandaise. Der Schlüssel liegt darin, ein Gericht zuzubereiten, das sich nicht von der eleganten mineralischen Struktur des Weins übertrumpfen lässt. Kühlen Sie den Wein auf 10–12 °C, um seine Frische zu bewahren, oder servieren Sie ihn bei Zimmertemperatur, damit sich die Aromen entfalten können.
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