Le Macchiole
Im Jahr 1983 war Bolgheri noch kein bekanntes Weinanbaugebiet. Es handelte sich um ein Stück Küstenland in der Toskana, das vor allem für den Anbau von Weizen und Oliven bekannt war. Als Eugenio Campolmi und seine Frau Cinzia Merli im selben Jahr begannen, dort Reben anzupflanzen, hielten Freunde und Verwandte dies für ein unnötiges Risiko. Vier Jahrzehnte später war „Le Macchiole“ zu einer der angesehensten Marken an der etruskischen Küste geworden, und Bolgheri zu einer der meistdiskutierten Weinbaugebiete Italiens.
Geschichte
Eugenio Campolmi und Cinzia Merli stammten ursprünglich aus Bolgheri. Sie begannen mit 4 Hektar an der Via Bolgherese, der Straße, die durch das Anbaugebiet führt, und füllten 1987 ihren ersten Wein ab. Zwei Jahre später, im Jahr 1989, kam der „Paleo Rosso“ auf den Markt – es war dieser Wein, der den Stil von Le Macchiole erstmals prägte.
In den 1990er Jahren verfolgte Eugenio eine gut durchdachte und für die damalige Zeit unkonventionelle Strategie: Anstatt auf Cabernet Sauvignon, die in Bolgheri vorherrschende Rebsorte, zu setzen, konzentrierte er sich auf Merlot, Syrah und Cabernet Franc – Rebsorten, die damals in der Region als riskant oder ungewöhnlich galten. 1994 kamen die Weine „Messorio“ (Merlot) und „Scriò“ (Syrah) erstmals auf den Markt. Eugenio verstarb im Jahr 2002, und die Leitung des Weinguts ging an Cinzia über. Seitdem steht sie an der Spitze, unterstützt von ihren Söhnen Elia und Mattia, die mittlerweile eine immer wichtigere Rolle im Betrieb des Weinguts spielen.
Weinberge
Das Weingut bewirtschaftet rund 35 Hektar, verteilt auf eine Vielzahl kleiner Parzellen innerhalb der Herkunftsbezeichnung Bolgheri. Die Weinberge bilden keinen einzigen zusammenhängenden Block, sondern vielmehr ein Mosaik aus einzelnen Parzellen, von denen jede ihren ganz eigenen Charakter hat, darunter „Vignone“, „Ulivino“, „Casavecchia“, „Puntone“, „Sommi“, „Livrone“ und eine Reihe weiterer. Jede Parzelle wird als eigenständige Einheit behandelt; die Trauben werden getrennt geerntet und der Wein aus jeder Parzelle wird getrennt von den anderen vinifiziert.
In allen Weinbergen werden Methoden des ökologischen Landbaus angewendet, basierend auf der Überzeugung, dass der Boden gesund sein muss, um Weine zu produzieren, die ihre Herkunft wahrhaft widerspiegeln.
Terroir
Bolgheri liegt an der etruskischen Küste zwischen den toskanischen Hügeln und dem Tyrrhenischen Meer. Geologen haben innerhalb der Appellation 27 verschiedene Bodentypen identifiziert, was für ein relativ kleines Gebiet eine ungewöhnlich hohe Vielfalt darstellt. Die meisten Böden auf den Parzellen von Le Macchiole sind lehm-sandig mit alkalischen Eigenschaften; sie sind feinkörnig, aber dicht genug, um den Weinen eine gute mineralische Struktur zu verleihen. Das Klima ist typisch mediterran: trocken und mäßig windig, mit Temperaturen, die etwas niedriger sind als an der übrigen toskanischen Küste, was dazu beiträgt, die Frische zu bewahren und die Reifezeit bis in den Herbst hinein zu verlängern.
Rebsorten
Merlot, Syrah und Cabernet Franc sind die drei Rebsorten, auf denen „Le Macchioli“ seinen Ruf aufgebaut hat. Chardonnay und Sauvignon Blanc werden ebenfalls für die Herstellung des Weißweins „Paleo Bianco“ angebaut. Es war die besondere Konzentration auf Merlot und Syrah von Anfang an, die dieses Weingut von den anderen abhob.
Eugenio Campolmi war einer der ersten Winzer in Bolgheri, der Syrah ernsthaft als eine Rebsorte betrachtete, die unter den Klima- und Bodenbedingungen dieser Appellation hervorragende Weine hervorbringen kann.
Weinbereitung
Die Trauben werden von Hand geerntet und vor der Einlagerung im Weinkeller zweimal sortiert. Die Erträge werden bewusst niedrig gehalten, bei etwa 900 Gramm pro Rebstock. Die Gärung und Mazeration erfolgen sowohl für den „Messorio“ als auch für den „Scriò“ über etwa 20 Tage in Betontanks, wobei für den „Scriò“ zusätzlich keramische Amphoren zum Einsatz kommen.
Die Reifebehälter variieren je nach Wein: „Messorio“ reift 16 Monate lang in einer Kombination aus neuen Eichenfässern, konischen Fässern und Keramikamphoren, während „Scriò“ 12 Monate lang in „Tonno“-Fässern, konischen Fässern sowie Keramik- und Steinamphoren reift. Die schrittweise Umstellung auf Betontanks und Amphoren spiegelt einen allgemeinen Trend auf dem Weingut wider, bei der Weinbereitung die Frische des Weins zu bewahren und den Einfluss des Behälters selbst so gering wie möglich zu halten.
Weine
Das Sortiment umfasst fünf Weine. Der „Messorio“ ist ein 100-prozentiger Merlot, der erstmals 1994 gekeltert wurde und der berühmteste Wein des Weinguts ist. Sein Name bezieht sich auf die traditionelle toskanische Weizenernte, das wichtigste Ereignis im landwirtschaftlichen Kalender.
„Scriò“ ist ein 100-prozentiger Syrah, ebenfalls aus dem Jahrgang 1994, der in sehr kleinen Mengen produziert wird und nach dem toskanischen Wort für „rein“ oder „aufrichtig“ benannt ist.
Paleo Rosso ist ein 100-prozentiger Cabernet Franc, der älteste Rotwein des Weinguts, der erstmals 1989 gekeltert wurde. Paleo Bianco ist ein Weißwein, eine Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon Blanc.
Der „Bolgheri Rosso“ rundet das Sortiment als erschwinglicherer Rotwein für den täglichen Genuss ab und besteht aus einer Cuvée der wichtigsten roten Rebsorten des Weinguts. Alle Weine des Sortiments fallen unter die Kategorie „Toscana IGT“, was dem Team die Freiheit gibt, ohne die Einschränkungen einer DOC-Bezeichnung hinsichtlich Rebsorten oder Cuvée-Zusammensetzung zu arbeiten.
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