Sauzet
In Puligny-Montrachet, dem Namen des Dorfes, dessen Weinberge und einige der berühmtesten Weine Weinliebhaber sofort erkennen, befindet sich das Weingut Étienne Sauzet. Sauzet konzentriert sich auf Weißweine aus der Rebsorte Chardonnay in einem Dorf, in dem diese Sorte – wie zu erwarten – dominiert. Étienne Sauzet zeichnet sich nicht nur durch sein beeindruckendes Portfolio an Weinbergen aus, zu denen auch die größten Grand Crus gehören, sondern auch dadurch, dass das Weingut dieses Portfolio infolge eines Erbstreits beinahe verloren hätte und es ihm gelang, es wiederherzustellen.
Geschichte
Étienne Sauzet begann mit nur wenigen Rebzeilen, die er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geerbt hatte. Da er expandieren wollte, kaufte er neue Weinberge, was schließlich zu einem Weingut von etwa zwölf Hektar in Puligny-Montrachet führte. Als er 1975 starb, gehörte er zu den renommiertesten Winzern des Dorfes.
Das Weingut ging an seine Enkelin Janine und ihren Ehemann Gérard Boudot über, die 1974 die Leitung übernahmen und vier Jahrzehnte lang den Ruf aufbauten, den das Weingut heute genießt. Dann trat ein Problem auf. Im Jahr 1991 wurde das Weingut unter Sauzets Enkeln in drei Teile aufgeteilt, und einer von ihnen, Jean-Marc Boillot, nahm seinen Anteil in Form der Weinberge selbst statt in bar entgegen. Infolgedessen verringerte sich die Rebfläche über Nacht um etwa ein Drittel, sodass dem Weingut nur noch knapp neun Hektar eigene Fläche verblieben.
Boudots Lösung bestand darin, mit dem Ankauf von Trauben zu beginnen. Die von ihm gegründete Handelsabteilung ermöglichte es dem Weingut, weiterhin die gesamte Palette der Weine anzubieten, die es schon immer produziert hatte, und genau auf diese Weise werden auch heute noch einige der besten Weine hergestellt. Die Familie schließt langfristige Verträge mit Weinbauern ab, anstatt Trauben auf dem freien Markt zu kaufen.
Heute wird das Weingut in vierter Generation geführt: von Émilie Boudot, der Tochter von Gérard und Janine, die im Jahr 2000 in das Unternehmen eintrat, und ihrem Ehemann Benoît Riffault, der 2002 hinzukam.
Weinberge und Terroir
Das Weingut bewirtschaftet derzeit fünfzehn Hektar in Puligny-Montrachet, Chassagne-Montrachet und Cormot-les-Grands in der Region Hautes-Côtes de Beaune. Etwa neun davon befinden sich im vollständigen Eigentum, während der Rest im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen gepachtet ist.
Puligny liegt an Hängen mit Lehm-Kalk-Böden, und gerade die Drainagefähigkeit sowie der Steinanteil des Bodens bestimmen maßgeblich den Stil der Weine: dichte, mineralische Weine mit einer Säure, die viele Jahre lang anhält. Die Weinberge des Weinguts reichen von „Village“-Parzellen rund um die Häuser über Premier-Cru-Parzellen am Hang bis hin zu vier Grand-Cru-Parzellen auf der Hügelkuppe.
Seit 2006 wird biologischer Anbau betrieben, seit 2010 biodynamischer Anbau. Émilie beschreibt dies eher als eine natürliche Entscheidung denn als Grundsatz, als Ergebnis von zwanzig Jahren Achtsamkeit gegenüber dem Leben im Boden.
Rebsorten
Ausschließlich Chardonnay. Das Weingut produziert keinen Rotwein.
Weinbereitung
Die Trauben werden schonend gepresst und in Eichenfässern vergoren, wobei der Anteil an neuen Fässern moderat gehalten wird – etwa 30 Prozent für Premier-Cru-Weine und 40 Prozent für Grand-Cru-Weine. Die Weine reifen anschließend bis zu achtzehn Monate auf der Feinhefe, bevor sie abgefüllt werden, was ihre Textur prägt. Die Erträge werden niedrig gehalten.
Weine
Vier Grand-Cru-Weine: „Batar-Montrachet“ und „Bienven-Batar-Montrachet“, die aus Trauben aus den familieneigenen Weinbergen gekeltert werden, sowie „Chevalier-Montrachet“ und „Le Montrachet“, die hauptsächlich aus zugekauften Trauben hergestellt werden.
Auf der nächsten Stufe stehen die neun „Premier Cru“-Weine aus Puligny-Montrachet, darunter „Les Combettes“, „Les Perrières“, „Cham-Canet“, „Les Folatières“, „Les Réfer“, „La Garenne“, „Cham-Gain“ und „Amou de Bligny“ sowie der Dorfwein Puligny und der „Bourgogne Blanc“.
Drei interessante Fakten
Das Weingut befindet sich in der Rue de Poiseul 11 in Puligny-Montrachet, in einer unscheinbaren Straße in Puligny-Montrachet. Man ahnt also nicht, was sich hinter der Tür verbirgt.
Jean-Marc Boillot, der Enkel, der das Drittel der Weinberge der Familie verließ, baute in der Folge sein eigenes, angesehenes Weingut auf.
Sechs Buchstaben, eine Rebsorte. Die Familie beschreibt den Namen „Sauzet“ als Hommage an den Chardonnay: ein Leitbild.