Hudelot-Noellat
Hudelot-Noëllat zählt aufgrund seiner eleganten Pinot-Noir-Weine zu den renommiertesten Weingütern der Côte de Nuits. Seine Weinberge erstrecken sich über ein nahezu perfektes Terroir, das von Nuits-Saint-Georges bis Chambolle-Musigny reicht und unter anderem Vosne-Romanée und Vougeot umfasst. Das im Dorf Vougeot gelegene Weingut wird heute von Charles Van Canneyt geleitet.
Geschichte
Alain Hudelot gründete das Weingut in Chambolle-Musigny im Jahr 1962, zunächst mit nur zwei Weinbergsparzellen, die ihm sein Vater geschenkt hatte. In den 1970er- und 1980er-Jahren wuchs das Weingut dank der gemeinsamen Anstrengungen seiner Verwandten und seiner Frau Odile Noëllat, der Enkelin von Charles Noëllat, einer legendären Persönlichkeit in Vosne-Romanée, erheblich.
Nach einer umfangreichen Erbschaft im Jahr 1988 wurde die Domaine Noëllat aufgeteilt: Die eine Hälfte ging in den Besitz der Domaine Leroy über, während die andere Hälfte in den gemeinsamen Besitz von Hudelot-Noëllat und der Domaine Jean-Jacques Confuron überging.
Alain leitete das Weingut rund 45 Jahre lang. Im Jahr 2008 ging er in den Ruhestand, und sein Enkel Charles Van Canneyt übernahm die Leitung, nachdem er sein Önologiestudium in Dijon abgeschlossen hatte. Dieser Übergang verlief reibungslos und ohne abrupte Veränderungen; Charles war bestrebt, den Stil der Weine zu verfeinern, anstatt ganz von vorne anzufangen.
Weinberge und Terroir
Das Weingut umfasst rund 10 Hektar, verteilt auf vier Dörfer und 15 Appellationen. Die Auswahl an Weinbergen ist außergewöhnlich: 0,28 ha Richebourg (1950 angelegt), 0,48 Hektar Romanée-Saint-Vivant (1920), 0,69 Hektar Clos de Vougeot (1950), der Vosne-Romanée Premier Cru Les Malconsorts (0,14 Hektar, 1950), Les Suchots (0,45 ha, 1920) und Les Beaumonts (0,32 ha, 1920), Nuits-Saint-Georges 1er Cru Les Murgers (0,68 ha, 1985), Vougeot 1er Cru „Les Petits Vougeots“ (0,53 ha, 1970), Chambolle-Musigny 1er Cru „Les Charmes“ (0,21 ha, 1955) sowie eine erlesene Auswahl an Weinen aus den Dörfern Chambolle, Vosne und Nuits.
Das Terroir der Côte de Nuits besteht hier aus Kalkstein und Mergel an Osthängen. Jeder Cru hat sein eigenes, unverwechselbares Profil, das von den kraftvolleren, mineralbetonten Weinen aus Vosne bis hin zu den zarten, aromatischen Rotweinen aus Chambolle reicht. Das Durchschnittsalter der Rebstöcke liegt bei etwa 50 Jahren, wobei einige Parzellen bereits aus den 1920er- und 1930er-Jahren stammen.
Rebsorten
Pinot Noir für die Rotweine, mit einem kleinen Anteil an Chardonnay für den Bourgogne Blanc. Das Hauptaugenmerk liegt auf den roten Burgunderweinen.
Weinherstellung
Der Anbau erfolgt unter schonendem Umgang mit dem Boden durch Pflügen und Ertragsreduzierung; seit 2019 werden die Weinberge nach biologischen Methoden bewirtschaftet. Sowohl im Weinberg als auch im Weingut findet eine strenge Selektion statt. Die meisten Trauben werden entrappt, allerdings wird ein kleiner Anteil ganzer Trauben (bis zu etwa 20 Prozent) hinzugefügt, sofern die Ernte dies zulässt.
Die Gärung erfolgt mit einheimischen Hefen nach einer etwa zehntägigen Kaltmazeration mit sorgfältigem Untertauchen und Umwälzen.
Der Ausbau erfolgt in Eichenfässern, hauptsächlich aus dem Allier, ergänzt durch Holz aus den Vogesen. Neues Eichenholz wird sparsam eingesetzt: etwa 20 Prozent bei Village-Weinen und bis zu 50–60 Prozent bei Grand Crus.
Weine
Das Sortiment beginnt mit einem Bourgogne Pinot Noir und Weinen aus den Dörfern Chambolle-Musigny, Vosne-Romanée und Nuits-Saint-Georges Les Bas-des-Combe, die alle die Erwartungen für ihre Preisklasse übertreffen.
Darüber liegen die Premier Crus: Vougeot „Les Petits Vougeots“, Chambolle-Musigny „Les Charmes“, Nuits-Saint-Georges „Les Murgers“ sowie das Trio aus Vosne-Romanée: „Les Beaumonts“, „Le Suchots“ und „Les Malconsorts“.
An der Spitze stehen die drei Grand Crus: Clos de Vougeot, Romanée-Saint-Vivant und Richebourg. Der allgemeine Stil der Weine ist seidig, aromatisch und präzise; in ihrer Jugend sind sie oft noch etwas verschlossen und belohnen Geduld bei der Lagerung.