Domaine Nicolas Faure
Die meisten Weingüter in Burgund gingen auf ein Erbe zurück. Nicolas Faure begann bei Null. Es gab keine familieneigenen Weinberge, keine Weinkeller und keine über Generationen weitergegebene Appellation. Nachdem er viele Jahre lang für andere gearbeitet hatte, erwarb er kleine Weinberge rund um Meuilley, das auf dem Hügel hinter Nuits-Saint-Georges liegt, und gründete die Domaine Nicolas Faure.
Die Produktion ist äußerst begrenzt und beläuft sich auf nur etwa 6.000 Flaschen pro Jahr; manche Weine werden sogar in Mengen von nur einem einzigen Fass hergestellt. Der Anbau erfolgt biologisch und von Hand. Rotweine werden mit ganzen Trauben in Gärbehältern vergoren, in gebrauchten Fässern gereift, und der Einsatz von Sulfiten wird auf ein Minimum beschränkt.
Die Adressen der über die Côte de Nuits und die Côte de Beaune verstreuten Weinberge wirken auf dem Papier meist unscheinbar: Bourgogne, Hautes-Côtes und das Dorf Nuits-Saint-Georges, um nur einige zu nennen.
Geschichte
In der Garage von Nicolas Faure befindet sich eine Tafel, auf der alle Erntedaten seit 2011 mit Kreide vermerkt sind. Das war der erste Jahrgang, der aus dem Weinkeller eines Freundes stammte. Les Herbues umfasste etwa drei Fässer, also rund 1.000 Flaschen Nuits-Saint-Georges, die im Klima produziert wurden.
Faure hatte keinerlei Erfahrung in der Weinherstellung. Nach seinem Studium in Beaune sammelte er praktische Erfahrungen durch die Arbeit in den Weinbergen anderer Winzer. Im Jahr 2006 arbeitete er bei Domaine Agnès Paquet in Meloisey; 2007 absolvierte er ein Praktikum bei Domaine de la Romanée-Conti; und 2009 war er ein Jahr lang bei Jean-Louis Chave in der Rhône tätig, wo er die Erntezeit in den Weinbergen und Weinkellern verbrachte. Danach Neuseeland, bei Fromm in Marlborough.
Nach meiner Rückkehr zu Burgundy im Jahr 2010 kehrte ich zu Domaine de la Romanée-Conti zurück und blieb dort bis 2015. Während dieser Zeit übernahm ich Les Herbues als Nebengeschäft. Ab März 2015 arbeitete ich außerdem in Teilzeit bei Domaine Prieuré-Roch.
Ab 2013 kamen drei weitere kleine Grundstücke hinzu. Im Jahr 2014 gelang es ihm schließlich, die finanziellen Mittel für den Bau eines eigenen kleinen Weinguts in Meuilley aufzubringen, und seitdem wird der Wein dort produziert.
Faure heiratete Amélie Berthaut, die das familieneigene Weingut Domaine Berthaut-Gerbet in Fixin leitet. Dort verbringt er den Großteil seiner Werktage. Der Wein, den er selbst keltert, wird im Weinkeller unter dem Familienhaus hergestellt.
Ein Hektar, in Parzellen aufgeteilt
Die Domaine Nicolas Faure bewirtschaftet insgesamt etwa 1 Hektar Rebfläche, die sich auf mehrere kleine Parzellen verteilt, die über die Côte de Nuits, die Côte de Beaune und die Hautes-Côtes verstreut sind. Nach jedem Maßstab handelt es sich hierbei um einen kleinen Betrieb, und Faure hat erklärt, dass er keine konkreten Pläne für eine Erweiterung habe.
Die erste und bekannteste Parzelle ist „Les Herbues“, die am nördlichen Rand von Nuits-Saint-Georges auf der Seite von Vosne-Romanée liegt. Er erwarb diese Parzelle im Jahr 2010 und passte die Reben an seine eigenen Standards an.
Zu den weiteren Parzellen gehören:
- Bourgogne rouge „Aux Argillières“
- „La Corvée de Bully“ in den Hautes-Côtes de Beaune, bepflanzt mit über 100 Jahre alten Aligoté-Doré-Reben
- „Coteau des Bois“, gelegen in Nuits-Saint-Georges
- Eine Parzelle in Aloxe-Corton
Alle Arbeiten im Weinberg werden ausschließlich von Hand durchgeführt, und es werden keine chemischen Mittel eingesetzt. Die Erträge werden bewusst niedrig gehalten, was einer der Gründe dafür ist, dass der Most ohne nennenswerte Verarbeitung in konzentrierter Form gewonnen werden kann.
Pinot, Aligoté und eine besondere Sorte
Das Sortiment der Domaine Nicolas Faure umfasst drei Rebsorten, von denen eine nicht das ist, was man in der Côte de Nuits erwarten würde.
- Pinot Noir: Ausschließlich rote Rebsorten, von Bourgogne über Nuits-Saint-Georges bis hin zu Aloxe-Corton
- Aligoté, insbesondere die alten Aligoté-Doré-Reben aus La Corvée de Bully
- Riesling, erstmals als Teil des Jahrgangs 2022 abgefüllt
Der Riesling unterscheidet sich deutlich von den anderen Weinen; statt den typischen Stil von Burgund widerzuspiegeln, lässt er sich als experimentelles Unterfangen von Faure beschreiben.
Weinherstellung
Die Lese erfolgt von Hand. Die Trauben für Rotwein werden zu 100 % als ganze Trauben, einschließlich der Stiele, verarbeitet und mit derselben alten Vertikalpresse gekeltert, die auch auf der Domaine Leroy zum Einsatz kam. Die Gärung erfolgt sowohl bei Rot- als auch bei Weißweinen mit natürlichen Hefen.
Der Ausbau erfolgt in gebrauchten Eichenfässern und dauert je nach Weinsorte etwa 8 bis 16 Monate, sodass die Eichennoten kaum wahrnehmbar sind. Weißweine werden mit Bentonit geklärt. Rotweine werden weder geklärt noch gefiltert.
Es werden keine Zusatzstoffe verwendet, mit Ausnahme einer geringen Menge Schwefeldioxid. Die Domaine Nicolas Faure baut ihre Trauben biologisch an und hält sich, wo immer möglich, an das Prinzip des minimalen Eingriffs; diese Weine werden jedoch nicht im derzeit gängigen Sinne als Naturweine vermarktet. Faures Ansatz ist eher dem traditionellen Nicht-Interventionismus zuzuordnen als einer bestimmten Bewegung.
Was aus dem Weinkeller von Meuilley kommt
Das Erste, was man über diese Produktlinie wissen muss, ist ihr Produktionsvolumen. Bei einer jährlichen Gesamtproduktion von nur etwa 6.000 Flaschen werden einige Cuvées in Mengen von lediglich einem einzigen Fass hergestellt, ein Volumen, das bei weitem nicht ausreicht, um die weltweite Nachfrage zu decken.
Die unter dem Label Domaine Nicolas Faure erhältlichen Weine sind folgende:
- Bourgogne Aligoté La Corvée de Bully: Hergestellt aus 100 Jahre alten Rebstöcken der Lage Aligoté Doré
- La Corvée de Bully Red: Hergestellt aus Rebstöcken der Lage Hautes-Côtes de Beaune
- Bourgogne Aux Argillières, Pinot Noir
- Nuits-Saint-Georges: Hergestellt aus den Parzellen Les Herbues und Coteau des Bois
- Aloxe-Corton
Faure füllt auch Riesling ab, wobei das Sortiment je nach Weinbergparzelle und Jahrgang variiert. Die meisten dieser Weine gehören eher zu regionalen oder Village-Weinen als zu berühmten Crus.
Häufig gestellte Fragen
Wo befindet sich der Sitz der Domaine Nicolas Faure?
In Meuilley, einem Dorf in den Hautes-Côtes de Nuits hinter Nuits-Saint-Georges. Dort wurde 2014 unterhalb des Familienhauses die Kellerei errichtet.
Hat Nicolas Faure seine Weinberge geerbt?
Nein. Er hatte keinerlei familiäre Verbindungen zur Weinbranche und hat jede Parzelle selbst gekauft oder gepachtet, beginnend mit Les Herbues in Nuits-Saint-Georges im Jahr 2010.
Inwiefern besteht eine Verbindung zur Domaine Berthaut-Gerbet?
Nicolas Faure ist mit Amélie Berthaut verheiratet, die das Familienweingut in Fixin leitet. Er arbeitet dort die meiste Zeit und keltert seine eigenen Weine separat.
Warum sind diese Weine so schwer zu finden?
Die Gesamtproduktion beläuft sich auf etwa 6.000 Flaschen pro Jahr, verteilt auf mehrere Cuvées, und Faure hat keine Pläne, das Weingut nennenswert zu vergrößern.