Elgin

Etwa 70 Kilometer östlich von Kapstadt, fast rundum von Bergen umgeben, liegt Elgin, eine der jüngsten Weinbauregionen Südafrikas und nach den meisten Maßstäben auch die kühlste. Jahrzehntelang war die Region ausschließlich für ihre Äpfel und nicht für ihre Trauben bekannt, und diese Geschichte des Obstanbaus prägt das Tal bis heute.

Erst 1990 wurde Elgin zu einer Weinbauregion. Zwar wurden hier bereits seit dem 18. Jahrhundert in kleinem Maßstab Trauben angebaut, doch die Entwicklung des kommerziellen Weinbaus wurde durch schlechte Verkehrsanbindungen behindert – das Gebiet war nur über vier steile Bergpässe erreichbar – sowie durch das KWV-Quotensystem, das ab 1918 regelte, wo Rebstöcke legal gepflanzt werden durften, und Elgin nicht auf der Liste der zugelassenen Standorte führte. Mitte der 1980er Jahre stellten Forscher des staatlichen Weinbauinstituts „Nietvoorbij“ fest, dass das von Bergen umgebene Elgin-Becken, das auf einer Höhe zwischen 250 und 500 Metern über dem Meeresspiegel liegt, ein kühles Klima mit einer langsamen Reifezeit aufweist, das eher für Burgund als für den Rest Südafrikas charakteristisch ist. Im Jahr 1986 erteilte der Landwirt Dr. Paul Kluver die Genehmigung für die Anlage der ersten kommerziellen Weinberge auf seinem Land, und wenige Jahre später wurde Elgin offiziell als Weinbaugebiet anerkannt.

Diese Kühle ist auf eine Kombination aus Höhenlage, Südostwinden und Bewölkung zurückzuführen, die die Tagestemperaturen im Zaum halten und die Reifezeit bis später im Jahr, näher an den Herbst, verlängern. Dadurch entsteht ein deutlicher Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen, was die Zuckeranreicherung verlangsamt und eine allmähliche Entwicklung von Aroma, Geschmack und Säure ermöglicht. Auch der Boden hier ist uralt, eine Mischung aus Sandstein vom Tafelberg und Bokkeweld-Schiefer – Sedimentgestein, das vor 375–500 Millionen Jahren entstanden ist; er ist reich an Mineralien, aber nährstoffarm, was ein übermäßiges Wachstum der Reben eindämmt und die Pflanzen dazu zwingt, mehr Energie in die Früchte zu leiten.

Heute sind rund 850 Hektar mit Reben bepflanzt, wobei Sauvignon Blanc mit einem Anteil von etwa 38 Prozent die häufigste Rebsorte ist, gefolgt von Chardonnay (18 Prozent) und Pinot Noir (17 Prozent) sowie kleineren Mengen an Riesling, Shiraz, Viognier und anderen Sorten. Ein Großteil des Tals liegt innerhalb des Kogelberg-Biosphärenreservats, Südafrikas erstem von der UNESCO anerkannten Reservat, das 1988 ausgewiesen wurde, und die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung stehen nach wie vor im Mittelpunkt der Arbeit der Winzer der Region.

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