Weingut Wittmann
Das Weingut Wittmann in der Gemeinde Westhofen im Rheingau gehört zu den führenden Erzeugern von trockenem Riesling in Deutschland. Das von Philipp Wittmann und seiner Frau Eva unter aktiver Mitwirkung seiner Eltern Günter und Elisabeth geführte Weingut ist bekannt für seine Weine, die sich durch Präzision und ein ausgeprägtes Terroir auszeichnen, sowie dafür, dass es als eines der ersten auf ökologischen und biodynamischen Anbau umgestellt hat.
Geschichte
Die Familie Wittmann betreibt seit langem Weinbau in Westhofen: Das Weingut wird erstmals 1663 als kurpfälzisches Pachtgut urkundlich erwähnt. Die Abfüllung von Wein unter eigenem Namen begann im Jahr 1921. In den 1960er Jahren bauten Georg und Irmgard Wittmann das Weingut in einem damals für den Rheingau typischen Gemischtbetrieb aus.
Die eigentliche Wende kam in den 1980er Jahren, als Günter und Elisabeth die Weinberge auf ökologischen Anbau umstellten, 1990 zertifiziert wurden und dem Naturland-Verband beitraten. Ihr Sohn Philipp, der in Geisenheim ausgebildet wurde, ging noch einen Schritt weiter und stellte 2004 auf biologisch-dynamischen Anbau um.
Seit 1998 ist das Weingut Mitglied im renommierten VDP, dem deutschen Verband der Spitzenweingüter.
Weinberge
Das Weingut bewirtschaftet rund 25-28 Hektar Rebfläche, die alle in der Nähe von Westhofen liegen. Der Clou für die Wittmanns ist, dass sie in allen vier VDP-Großlagen des Ortes bedeutende Parzellen besitzen: Aulerde, Kirchspiel, Brunnenhausen und Mörstein. Vor allem Mörstein liegt hoch am Hang und gilt als eine der besten Lagen für den Rieslinganbau in Deutschland.
Die Arbeit in den Weinbergen erfolgt in Handarbeit mit selektiver Lese in mehreren Durchgängen.
Terroir
Westhofen liegt im südlichen Teil Rheinhessens, wo die Böden hauptsächlich aus lehmigem Mergel mit einem starken Kalksteinanteil bestehen. Jede Große Lage hat ihre eigene Charakteristik: Aulerde hat mehr Sand, Kirchspiel liegt auf ähnlichen Böden mit tieferem Kalkstein, Brunnenhäuschen liegt höher, wo die Reifung länger dauert, und Morstein hat den tiefsten und härtesten Kalkstein, der den Weinen mehr Tiefe und Alterungspotenzial verleiht. Die Hanglage trägt dazu bei, dass die Trauben langsam reifen und ihren Säuregehalt bewahren.
Trauben
DerRiesling ist die Hauptrebsorte und das Aushängeschild des Weinguts. Daneben bauen die Wittmanns Silvaner, eine klassische Rheingauer Rebsorte, sowie mehrere Mitglieder der Pinot-Familie an, vor allem Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay. Eine kleine Parzelle ist mit Spätburgunder für die Herstellung von Rosé- und Rotweinen bepflanzt.
Die Weinbereitungsmethode
Der Weinkeller ist ein 1829 erbauter steinerner Gewölbekeller, der sechs Meter unter der Erde liegt und eine konstant kühle Temperatur und Feuchtigkeit aufweist. Es werden etwa 80 Holzfässer verwendet, wobei jede Parzelle separat gelagert wird. Die Trauben werden schonend gepresst, der Most fließt durch die Schwerkraft in den Keller und gärt langsam mit einheimischen Hefen, hauptsächlich in großen Holzfässern. Die Weinbereitung ist minimalistisch: Der Weinberg spricht für sich selbst, und die meisten Weine sind trocken.
Weine
Das Sortiment folgt der VDP-Pyramide: von den Gutsweinen über die Dorfweine, die Lagenweine (Ortsweine und Erste Lage) bis hin zu den Spitzenweinen der Großen Gewächse (GG) aus vier Grand Cru-Lagen.
Der Riesling Gutswein ist ein beliebter Einstiegswein. Die vier GG-Rieslinge aus Aulerde, Kirchspil, Brunnenhausen und Morstein sind die Flaggschiffweine. Daneben gibt es Weißburgunder, Silvaner und Chardonnay auf GG-Niveau sowie Rosé und roten Spätburgunder.
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