Von Winning
Das Weingut Von Winning mit Sitz in Deidesheim im Herzen der Pfalz hat sich einen Namen für die Herstellung von Riesling und anderen Weißweinen gemacht, die nach der traditionellen Methode der natürlichen Gärung in Holzfässern ausgebaut werden. Seit 2007 verfolgt dieses Weingut einen Stil, der auf natürlicher Gärung, der Abfüllung durch Schwerkraft und der Wiederbelebung längst vergessener Traditionen basiert. Als Mitglied des VDP-Verbands legt das Weingut außerordentlich großen Wert auf die handwerkliche Qualität seiner Arbeit.
Ein Haus in Deidesheim mit langer Tradition
Die Geschichte dieses Weinguts reicht bis ins Jahr 1849 zurück, und auch die historischen, labyrinthartigen Keller unterhalb der Stadt Deidesheim wurden zu dieser Zeit erbaut. Diese Keller liegen an der „Weinstraße“, die durch die Pfalz führt, und sind ein fester Bestandteil des Stadtbildes. Im Jahr 2007 begann jedoch ein neues Kapitel in der Geschichte des Weinguts. In jenem Jahr beschloss Geschäftsführer Stephan Attmann, den Betrieb des Weinguts grundlegend umzugestalten und dabei auf traditionelle Weinbereitungsmethoden, natürliche Gärung, den Einsatz von Holzfässern sowie – wann immer möglich – die Nutzung der Schwerkraft anstelle von Pumpen zu setzen. Dies war eine bewusste Abkehr von dem auf technische Perfektion ausgerichteten Stil mit Edelstahltanks, der den deutschen Weinbau jahrzehntelang geprägt hatte. Dieser Wandel war ein durchschlagender Erfolg. Heute gehört Von Winning zu den führenden Weingütern der Pfalz, und seine Weine finden sich nicht nur in Deutschland, sondern auch auf den Weinkarten von Spitzenrestaurants weltweit sowie in den Sammlungen von Weinkennern.
Sechs „Erste Lage“, acht „Große Lage“
Von Winning verfügt über eine außergewöhnlich große Anzahl klassifizierter Weinberge. Konkret handelt es sich dabei um 6 Parzellen, die als VDP.ERSTE LAGE klassifiziert sind, sowie um 8 Parzellen, die als VDP.GROSSE LAGE klassifiziert sind. Im Klassifizierungssystem des VDP (Verband führender deutscher Weingüter) stellen diese Kategorien die beiden höchsten Ränge dar und entsprechen im Allgemeinen den burgundischen Klassifizierungen „Premier Cru“ und „Grand Cru“.
Diese Weinberge befinden sich in Deidesheim und Umgebung sowie in Ruppertsberg und Forst. Die Namen „Pechstein“, „Kirchenstück“, „Ungeheuer“, „Grainhübel“ und „Reiterpfad“ gelten als Deutschlands renommierteste Riesling-Lagen und werden alle von von Winning bewirtschaftet.
Vom Weingut aus gelangt man zu Fuß direkt zum besten Weinberg in Deidesheim. Diese Nähe ist von großer Bedeutung: Das Team verschwendet keine Zeit mit Autofahrten, sondern ist stets direkt vor Ort in den Weinbergen.
Das Terroir
Die Pfalz liegt im Schatten des Haardtgebirges und zählt damit zu den wärmsten und trockensten Weinbaugebieten Deutschlands. Da die Trauben hier gut reifen, eignet sich die Pfalz nicht nur für den Anbau von Riesling, sondern auch von Chardonnay und Sauvignon Blanc.
Die Bodenbeschaffenheit variiert von Parzelle zu Parzelle, und genau darin liegt der Kern des Klassifizierungssystems „Erste Lage“ und „Große Lage“. Jede Parzelle hat ihren ganz eigenen Charakter. So ist beispielsweise Pechstein für seine Basaltböden bekannt, während andere Parzellen in Deidesheim von Sandstein, Kalkstein und Lehm geprägt sind. Die Einzellagenweine von Von Winning werden genau darauf abgestimmt, diese Vielfalt zum Ausdruck zu bringen.
Zuerst Riesling, aber nicht nur
Wie bei jedem Weingut in der Pfalz, das etwas auf sich hält, bildet die Rebsorte Riesling das Fundament dieses Weinguts. Von Winning hat sich jedoch auch dank zweier Rebsorten einen Namen gemacht, die von den meisten deutschen Erzeugern nach wie vor als „zweitrangig“ angesehen werden:
- Riesling (aus den Lagen „Erste Lage“ und „Großes Gewächs“)
- Sauvignon Blanc (in verschiedenen Varianten abgefüllt, darunter „Sauvignon Blanc 500“)
- Chardonnay (aus den besten sortenreinen Lagen wie Herrenletten und Bürgergarten)
Die Arbeit des Weinguts mit dem Sauvignon Blanc zeugt von seiner Entschlossenheit. Herr Attmann erklärt offen, dass er beweisen möchte, dass Deutschland bei der Produktion dieser Rebsorte mit Neuseeland und Südafrika auf Augenhöhe stehen kann – und seine Weine bestätigen dies zweifellos.
Weinherstellung
Stephan Attmann beschreibt den Ansatz dieses Weinguts als „kontrollierte Nichteingriffspolitik“ – ein Begriff, den er vom verstorbenen Hans-Günter Schwarz übernommen hat. Der Kern dieses Konzepts besteht darin, Eingriffe auf ein Minimum zu beschränken und den Wein sich von selbst entfalten zu lassen.
In der Praxis bedeutet dies eine natürliche Gärung mit Wildhefen, die Reifung nicht in Edelstahltanks, sondern in Holzfässern sowie das Abziehen des Weins, soweit möglich, unter Ausnutzung der Schwerkraft – ein Vorgang, der durch die Gestaltung des Kellers ermöglicht wird. Dies markiert eine Rückkehr zu deutschen Weinbereitungsmethoden, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts angewendet wurden, bevor technische Präzision in den Vordergrund rückte.
In diesem historischen Gewölbekeller mit einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern finden all diese Prozesse statt. Bei Weißweinen, insbesondere beim Riesling, verleiht die Fassgärung den Weinen von von Winning eine einzigartige Textur und einen einzigartigen Abgang, wodurch sie sich deutlich vom konventionellen Stil der Pfalz unterscheiden, wo die Weinbereitung in Edelstahltanks vorherrscht.
Das Weinsortiment
Das Sortiment orientiert sich an der VDP-Pyramide und reicht von Alltagsweinen an der Basis bis hin zu Grand-Cru-Rieslingen aus Einzellagen an der Spitze.
Der Riesling ist das Herzstück des Weinguts und reicht von den Einstiegsweinen „Drache“ und „Win Win“ über Ortsweine bis hin zu elf Premier-Cru-Weinen (Erste Lage) aus einzelnen Lagen und elf Grand-Cru-Weinen (Grosses Gewächs). An der Spitze stehen drei Prestige-Rieslinge – U500, Marmar und Ozyetra –, die in winzigen Mengen aus den besten Einzelparzellen gekeltert werden.
Der Sauvignon Blanc wird in vier Varianten angeboten, vom Einstiegswein „Sauvignon Blanc II“ bis hin zum Flaggschiff „500“ – damit will Attmann zeigen, dass Deutschland mit den Besten der Welt mithalten kann.
Der Chardonnay folgt derselben Struktur: eine „Royal“-Abfüllung, eine „Imperial“-Abfüllung und eine „500“-Abfüllung sowie vier „Erste Lage“-Weine aus einzelnen Lagen und der Prestige-Wein „KO“ an der Spitze.
Pinot Blanc und Pinot Gris vervollständigen das Weißweinsortiment mit jeweils drei Abstufungen.
Zu den Rotweinen gehören ein Rosé und ein leichter Rotwein für den täglichen Genuss, zwei Stufen des Pinot Noir, ein Pinot Noir aus der Einzellage Gutenberg sowie Cabernet Franc und Syrah in kleiner Auflage.
Zu den Süßweinen und Raritäten gehören ein halbtrockener Kabinett, ein Gewürztraminer Süß, ein angereicherter Trop und eine seltene Beerenauslese aus der Grand-Cru-Lage Ungeheuer sowie ein zehn Jahre lang im Holzfass gereifter Gewürztraminer-Branntwein.
Bei den Schaumweinen gibt es fünf nach der traditionellen Methode gekelterte Sekte, die mindestens 36 Monate auf der Hefe gereift sind, zwei Weine unter dem historischen Label „Dr. Deinhard“, eine leichte Secco-Reihe sowie eine alkoholfreie Variante.
Insgesamt rund 60 verschiedene Weine und Stilrichtungen, die alle auf derselben Kernphilosophie basieren: spontane Gärung, Eichenfassausbau, keine Pumpen, keine Herbizide.