Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum in der Champagne so ziemlich jedes Detail rund um den berühmtesten Schaumwein der Welt geregelt ist? Die Anbaufläche ist auf 34.200 Hektar begrenzt, die genau in mehrere Unterregionen unterteilt sind, und auch die Rebsorten und Herstellungsverfahren sind genau festgelegt. Ja, sogar die Ertragsgrenze wird jedes Jahr vom Comité Champagne genau festgelegt. Nun könnte man meinen, dass all diese strengen Vorschriften nur ein Ziel haben: die außergewöhnliche Qualität des Schaumweins zu gewährleisten, für die die Champagne weltweit berühmt ist. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte in dieser prestigeträchtigen Weinbauregion noch das Gesetz des Dschungels. Die Champagnerhäuser hatten enorme Freiheiten, während die Winzer meist das Nachsehen hatten. Diese Mischung war ein wirtschaftliches und soziales Pulverfass, das 1911 mit den Champagner-Unruhen zweimal explodierte - und in dessen Folge dieses umfassende Regelwerk entstand, das den Erzeugern noch heute als Zwangsjacke dient. Machen wir eine Reise in die Vergangenheit.